„Mama, warum muss der Mann an die Leine?" oder Vom Nutzen des Tabus
Queere und Lindnerliberale haben der konservativen Prüderie den Kampf angesagt. Alljährlich marschiert man Schulter an Schulter über die beflaggten Straßen des globalen Nordens und beklatscht die diversen Ausdrucksformen sexueller Freimachung.
Doch Hände sind nicht die einzigen, die am Festtag klatschen. Auch Peitschen, die auf nackte Haut prallen, werden zum Klingen gebracht. An anderer Stelle ist das Bellen von Männern zu hören, die sich eine Hundemaske über ihr Gesicht gezogen haben und auf allen Vieren über den Asphalt kriechen. Etwas weiter hinten im Zug quietscht es, weil sich ein in Leder Laminierter in einen Käfig zu quetschen versucht. Sein heutiges Ziel: den Befehlen seines Herrchens nachkommen.
Dafür, dass Lustempfindung bei Entmenschlichung und Erniedrigung kein dem Individuum zuträgliches Phänomen ist, spricht vieles. Besonders entlarvend ist jedoch die Strategie ihrer Verlagerung in die Öffentlichkeit; naheliegender wäre es schließlich, zu Hause zu bellen.
Grund für die Entprivatisierung ist der erhoffte Effekt der Linderung des intrinsisch empfundenen Unbehagens durch äußerliche Akzeptanz. Genauso wie beim sogenannten Misgendern und Deadnaming erahnen die Betroffenen das Problem selbst. Um sich diesem aber nicht stellen zu müssen, gehen sie in die Offensive und suchen die explizite Validierung ihres Verhaltens durch andere.
Wie fundamental angewiesen sie auf diesen Validierungsprozess sind, zeigen neben der aufdringlichen Einforderung die fassungslosen Reaktionen bei Desinteresse oder Ignoranz. Eine Handlung, eine Idee, die man (vor sich selbst) nur dann rechtfertigen kann, wenn andere sie für normal erklärt haben, ist defizitär und nicht emanzipatorisch.
Statt aber jene augenscheinlich vorhandenen Zweifel zu bekräftigen, macht sich der Schmalspurliberale aus Angst vor Intoleranzvorwürfen lieber zum selbstgerechten Gehilfen dieser Selbsttäuschungsstrategie und lässt seine Kinder die bellenden Hundemänner streicheln.
Tabus lösen keine Probleme, würden den Betroffenen aber zumindest diese Möglichkeit des Eskapismus verwehren und sie damit eventuell dazu bewegen, sich auf die Suche nach den dahinter liegenden Ursachen zu begeben.
Doch Hände sind nicht die einzigen, die am Festtag klatschen. Auch Peitschen, die auf nackte Haut prallen, werden zum Klingen gebracht. An anderer Stelle ist das Bellen von Männern zu hören, die sich eine Hundemaske über ihr Gesicht gezogen haben und auf allen Vieren über den Asphalt kriechen. Etwas weiter hinten im Zug quietscht es, weil sich ein in Leder Laminierter in einen Käfig zu quetschen versucht. Sein heutiges Ziel: den Befehlen seines Herrchens nachkommen.
Dafür, dass Lustempfindung bei Entmenschlichung und Erniedrigung kein dem Individuum zuträgliches Phänomen ist, spricht vieles. Besonders entlarvend ist jedoch die Strategie ihrer Verlagerung in die Öffentlichkeit; naheliegender wäre es schließlich, zu Hause zu bellen.
Grund für die Entprivatisierung ist der erhoffte Effekt der Linderung des intrinsisch empfundenen Unbehagens durch äußerliche Akzeptanz. Genauso wie beim sogenannten Misgendern und Deadnaming erahnen die Betroffenen das Problem selbst. Um sich diesem aber nicht stellen zu müssen, gehen sie in die Offensive und suchen die explizite Validierung ihres Verhaltens durch andere.
Wie fundamental angewiesen sie auf diesen Validierungsprozess sind, zeigen neben der aufdringlichen Einforderung die fassungslosen Reaktionen bei Desinteresse oder Ignoranz. Eine Handlung, eine Idee, die man (vor sich selbst) nur dann rechtfertigen kann, wenn andere sie für normal erklärt haben, ist defizitär und nicht emanzipatorisch.
Statt aber jene augenscheinlich vorhandenen Zweifel zu bekräftigen, macht sich der Schmalspurliberale aus Angst vor Intoleranzvorwürfen lieber zum selbstgerechten Gehilfen dieser Selbsttäuschungsstrategie und lässt seine Kinder die bellenden Hundemänner streicheln.
Tabus lösen keine Probleme, würden den Betroffenen aber zumindest diese Möglichkeit des Eskapismus verwehren und sie damit eventuell dazu bewegen, sich auf die Suche nach den dahinter liegenden Ursachen zu begeben.

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